16.02.2012

Die unbekannte Größe


BB-Dokumentation: Aluminium-Verbundkonstruktionen

Die unbekannte Größe


Auf Grund ihrer geringen Marktanteile haben die Alu-Verbundkonstruktionen lange Jahre ein regelrechtes Schattendasein geführt. Bis die deutlich anziehende Nachfrage nach Holz-Alu- und PVC-Alu-Verbundkonstruktionen den Herstellern dieser Systeme einen regelrechten Boom beschert hat. Die steigende Nachfrage wiederum beflügelt die Entwickler in den Systemhäusern, so dass in kurzem zeitlichem Abstand neue Systemlösungen auf den Markt kommen. Mit der Aktualisierung der Marktübersicht der Alu-Verbundkonstruktionen informieren wir Sie umfassend über den aktuellen Stand der Technik. Zudem wollen wir all diejenigen, die sich bisher noch nicht mit dieser Fenstervariante auseinander gesetzt haben, ermutigen, sich in einem Marktsegment zu betätigen, das auch für die Zukunft hohe Zuwachsraten verspricht.

Während lange Jahre sanft gerundete Profilkonturen hoch im Kurs standen, liegen jetzt betont kantige Konstruktionen hoch im Kurs. Diese Entwicklung ist auch im Bereich Holz-Aluminium zu verzeichnen. Neue Systeme, die auf den Markt kommen, werden als flächenbündige Konstruktion ausgelegt mit klaren, kantigen Konturen. Zur Verfügung stehen zudem Konstruktionen mit komplett verdeckt liegendem Flügel. Auch damit lehnen sich die Systemhäuser optisch an die Reinaluminium-Konstruktionen an.
Eine Möglichkeit, sich bei bestehenden Kunden nochmals ins Gespräch zu bringen, bietet sich mit Systemlösungen für die Nachrüstung von Holzfenstern. Die Aluschalen werden dabei über Klipshalter am bereist eingebauten Fenster aufgebracht. Weiteres Werkzeug ist dazu nicht nötig.
Eine Besonderheit bietet der Schweizer Hersteller Meko mit seinem Verglasungssystem HME-3, das sich boden-, decken-,und wandbündig ausführen und beliebig über Ecken kombinieren lässt. Ein besonderes Highlight ist die Ganzglasecke.

Auf dem Vormarsch

Während das Wachstum des Marktsegmentes Holz-Aluminium durch Marktuntersuchungen und Statistiken des Verbandes Fenster und Fassade hinreichend dokumentiert ist, ist die Branche bei der Beurteilung des Marktanteils von Kunststoff-Aluminium Konstruktion auf Spekulation bzw. „Bauchgefühl“ angewiesen.
Ihren Siegeszug hat die Fenstervariante von Österreich bzw. Südtirol aus über Süddeutschland angetreten. Mittlerweile führen alle Systemhäuser Aluschalen in ihrem Systemprogramm. Welche Bedeutung dem Marktsegment mittlerweile beigemessen wird, lässt sich allein schon daran erkennen, das für neue Profilkonstruktionen relativ zügig auch Alu-Vorsatzschalen auf den Markt kommen.

Wurden früher die bei den Holz-Alu-Konstruktionen üblichen Abstandhalter gesetzt, werden die Alu-Schalen heute fast ausschließlich auf die tragende Kunststoffkonstruktion aufgeklipst.
Was sich einfach anhört, erweist sich in der täglichen Praxis als Herausforderung, wenn darum geht, einwandfreie Gehrungen zu erzielen. In vielen Betrieben gruppieren sich gleich mehrere Mitarbeiter um ein Kunststoff-Aluminium-Fenster, um möglichst synchron die Alu-Schalen aufzuklipsen. Dies macht diesen Arbeitsschritt nicht gerade effizient, verursacht hohe Personalkosten.
Eine ganze Reihe von Systemhäusern wie aluplast, Inoutic, KBE, Kömmerling, Schüco und Veka haben daher ihre Systeme umgestellt, so dass die Eckverbindung heute auch stumpf gestoßen werden kann. Einen anderen Ansatz verfolgt Gutmann mit seinem „Decco“-System. Hier sind die Abstandhalter in den Deckschalen verankert, wird der Alurahmen als Ganzes auf dem Fensterrahmen aufgeklebt.
Das Unternehmen Salamander setzt dagegen auf die direkte Verklebung der Aluschale auf den Fensterrahmen. Nach wie vor eine Alleinstellung hat das Unternehmen profine, das bei seinen „AluFusion“-Systemkonstruktionen die Alu-Schale so ausbildet, dass sie als statisches Element taugt.
Einzigartig ist auch das Fassadensystem Polytec 50 von Rehau, das die Materialien Kunststoff, Stahl und Aluminium intelligent kombiniert. Diese ist sogar in einer Passivhaus zertifizierten Variante verfügbar.

Notorische Skeptiker

Nach wie vor gibt es aber immer noch einige Marktteilnehmer, die despektierlich behaupten, die Materialkombination sie sei vollkommen unnötig, weil das Kunststoff-Fenster allein schon das biete, was der Markt brauche. Dennoch ist davon auszugehen, dass dieses bislang kleinste Marktsegment weiter an Bedeutung gewinnt. Denn die nahezu unbegrenzte Möglichkeit der farblichen Gestaltung und die hohe Witterungsbeständigkeit in Kombination mit der Beständigkeit der Farben überzeugen immer mehr Kunden.
Mittelfristig will der Verband Fenster und Fassade auch für das Segment Kunststoff-Aluminium eine gesonderte Marktstatistik anbieten, um den in diesem Segment tätigen Unternehmen eine verlässliche Datenbasis zu liefern. Die Ergebnisse dieser Marktforschung werden von vielen schon mit Spannung erwartet.

Foto: Gutmann AG

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