3. September 2026

Zwischen Industriecharme und Komfortklima

Siegenia stattet John & Will Silo-Hotel mit KNX-gesteuerter Lüftungstechnik aus

Aus dem rund 40 Meter hohen Getreidesilo der ehemaligen Kellogg‘s Werke entstand auf der Bremer Überseeinsel das John & Will Silo-Hotel. Foto: Siegenia

Das John & Will Silo-Hotel auf der Bremer Überseeinsel entstand aus dem rund 40 Meter hohen Getreidesilo der ehemaligen Kellogg‘s Werke. Heute ist es ein Designhotel, das mit seiner bewahrten Industriearchitektur als bau- und gebäudetechnisches Meisterstück gilt. Alleine 3.500 Kubikmeter Beton wurden dazu aus den alten Reissilos gefräst. Heute bietet das Gebäude mit seinen 120 Zimmern ein Höchstmaß an Raumkomfort und Nachhaltigkeit. Innenausstattung und technische Systeme wurden hierzu passgenau in die streng zylindrischen Betonröhren der ehemaligen Silos eingepasst. Mit einer Wärmerückgewinnung von bis zu 93 Prozent trägt auch der Fassadenlüfter Aeromat VT WRG von Siegenia zu einem ressourcenschonenden Gebäudebetrieb bei.

Riesige Stahlverankerungen in der Hotelbar, das Kellogg‘s Zeichen auf dem Dach: Auf der Bremer Überseeinsel ist aus einem Industriedenkmal, dessen markante Silos über Jahrzehnte das Stadtbild prägten, ein stylisches Hotel mit Symbolkraft geworden. Von seiner Bar in der elften Etage aus eröffnet sich den Gästen ein spektakulärer 360-Grad-Blick auf Fernsehturm, Kulturbunker, Weser und den Bremer Dom. Das John & Will Silo-Hotel ist Teil des ehemaligen Hafengebiets in Bremen, einem der größten Stadtentwicklungsprojekte Europas. Auf rund 15 Hektar Fläche soll hier in den kommenden Jahren ein urbanes Quartier für Wohnen, Arbeiten, Kultur und Freizeit entstehen.

Von der Fabrik zum klimaintelligenten Design-Hotel

Umnutzung statt Abriss – so lautete die Entscheidung der Entwickler mit Blick auf die für das ehemalige Kellogg‘s-Areal charakteristischen Silos. Über rund dreieinhalb Jahre hinweg wurde die identitätsstiftende Industriearchitektur aus den 1970er-Jahren mit immensem Aufwand in ein modernes Hotel konvertiert. „Der Umbau war für uns weit mehr als Denkmalschutz oder Nachverdichtung. Es ging darum, den Charakter dieses Ortes zu bewahren und ihn in eine neue, nachhaltige Nutzung zu überführen“, betont Johannes Aderholz, Geschäftsführer der Überseeinsel GmbH, Bauherr und Projektentwickler.

Der Umbau erwies sich als komplexer Spagat zwischen Erhalt und Neuschaffung: Wände aus bis zu 16 Zentimeter dickem Ortbeton, in die die horizontalen Fensteröffnungen aufwendig hineingefräst werden mussten, das Einziehen neuer Böden für die einzelnen Geschosse und eine runde Gebäudehülle, die Planer wie Ausführende extrem forderte. Architektonisch gelang schließlich eine elegante Symbiose aus industriellem Rohbau und moderner Innenraumgestaltung. Davon zeugen beispielsweise die Zimmer, die von einer Mischung aus Silo-Feeling und Nachhaltigkeitsanspruch geprägt sind – mit sichtbarem Beton, weitestgehend organischen Materialien, ganz ohne TV, dafür aber mit teils raumhohen Panoramafenstern zur Weser.

Maßgeschneiderte Lüftung mit System

Ein Umfeld, das keinerlei Schächte, Kanäle oder klassisch planbare Fassadenelemente bot, machte auch die Integration der technischen Infrastruktur zu einer besonderen Herausforderung. Über das Planungsbüro Pop Fassadenberatung wurde Siegenia deshalb schon frühzeitig mit der Entwicklung eines Konzepts für die kontrollierte Be- und Entlüftung der Hotelzimmer betraut. Dabei spielte auch der ressourcenschonende Betrieb eine wesentliche Rolle. Ziel war die Entwicklung einer ebenso unsichtbaren wie geräuscharmen Lüftungslösung, die sowohl den Raumkomfort als auch den architektonischen Anspruch an die Ästhetik der Zimmer wahrt.

Die Wahl fiel schließlich auf den Fassadenlüfter Aeromat VT, der dank seiner universellen Gehäuseplattform die flexible Umsetzung unterschiedlichster Anforderungen gewährleistet und mit vielseitigen Einbaumöglichkeiten optisch dezent in die Fassade integrieren werden kann. Zu den großen Stärken des Lüfters zählt insbesondere seine hohe Energieeffizienz: In der Ausführung als Aeromat VT WRG, wie sie im John & Will Silo-Hotel zum Einsatz kommt, überzeugt der Fassadenlüfter durch eine herausragende Wärmerückgewinnung von bis zu 93 Prozent. Kombiniert wird sie mit einer erstklassigen Schalldämmung und einer hohen Luftleistung. Dank seiner vorkonfigurierten Ein- und Ausgänge unterstützt er zudem eine einfache Inbetriebnahme sowie Einbindung in die Gebäudeleittechnik.

Als komplex erwies sich der möglichst verdeckt liegende Einbau der Lüfter in die Hotelzimmer. „Klassische Standardlösungen waren hier nicht einsetzbar“, schildert Heiner Triebel, zuständiger Ansprechpartner für das Projekt bei Siegenia. Gemeinsam mit der Anwendungstechnik des Unternehmens entwickelte er eine Sonderlösung mit individuell angepassten Lüftungskanälen, die unterhalb der an den Fenstern positionierten Sitzbänke montiert wurden. „Wichtig war uns dabei, die vollumfängliche Eignung dieser Sonderlösung durch umfangreiche Vorabtests sicherzustellen. Dies konnten wir anhand einer Musterfassade im Realmaßstab gewährleisten“, so Triebel. Für die Gäste des John & Will Silo-Hotels sind die Fassadenlüfter nun komplett unsichtbar – ein großes Plus aus Sicht der Hotelleitung.

Sonderlösung für die Turmsuite

Auch in den Badezimmern kommen Lösungen von Siegenia zum Einsatz. Zur Steuerung einer bedarfsgerechten Be- und Entlüftung entwickelte das Unternehmen eine individuelle Software, die die dort verbauten Abluftgeräte mit den Zuluftgeräten synchronisiert: Sobald in einem Badezimmer ein Lüfter anspringt, wird über den Aeromat VT WRG automatisch Frischluft über die Fassade nachgeführt – zugluftfrei, leise und energieeffizient. Babette Kirchhoff, General Managerin des John & Will Hotels, ist mit dieser Lösung sehr zufrieden: „Das Klima in den Zimmern ist angenehm, ruhig und konstant. Gerade in einem so besonderen Raumtyp wie dem Silo ist das keine Selbstverständlichkeit.“ Die Verbindung aus einem angenehmen Raumklima mit unsichtbarer Technik ohne hörbare Geräusche empfindet sie folglich als großen Mehrwert.

Einen wichtigen Beitrag zum Projekterfolg erbrachte Siegenia zudem während der Umsetzungsphase. Während der gesamten Bauphase stand Triebel als technischer Berater zur Verfügung und begleitete den Einbau der Lüfter teils vor Ort, teils via Remote-Koordination. Als besonders herausfordernd erwies sich die Realisierung der Turmsuite mit Dachterrasse, bei der die Lüftungsgeräte im 90°-Winkel in eine Pfosten-Riegel-Fassade eingebaut werden mussten – ebenfalls eine Sonderlösung, die mithilfe des Aeromat VT WRG möglich war.

Denkmalschutz mit Raumkomfort der Zukunft

Der Umbau des Silo-Hotels zeigt, wie durchdachte Architektur und intelligente Gebäudeautomation in denkmalgeschützten Strukturen Raumkomfort der Zukunft ermöglichen. Die dezent integrierte Lüftung von Siegenia schafft dort nicht nur ein gesundes Raumluftklima, sondern trägt wesentlich zur einzigartigen Atmosphäre dieses Ortes bei, der Tradition und Moderne miteinander in Einklang bringt – funktional, nachhaltig und architektonisch konsequent. Auch weitere Projekte auf der Bremer Überseeinsel dürften schon bald mit Lüftungstechnik von Siegenia umgesetzt werden. Aktuell beteiligt sich das Unternehmen unter anderem an der Planung für das benachbarte Reislager.

Auf die Homepage von Siegenia gelangen Sie über diesen Link…

…und mehr Bilder zu diesem Objekt sehen Sie auf unserem LinkedIn-Kanal im entsprechenden Post.

 

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