„Geschlossene Materialkreisläufe sichern Lieferfähigkeit“
bauelemente bau im Gespräch mit Olaf Müller, Vertriebsleiter Deutschland, Hydro Building Systems Germany
Olaf Müller ist Vertriebsleiter Deutschland bei Hydro Building Systems Germany. Foto: Wicona
Angespannte Lieferketten, geopolitische Krisen und volatile Rohstoffmärkte erhöhen den Druck auf die Materialverfügbarkeit im Fassadenbau. Im Gespräch erläutert Olaf Müller, Vertriebsleiter Deutschland bei Hydro Building Systems Germany, warum Kreislaufwirtschaft heute weit mehr als ein Nachhaltigkeitsthema ist – und weshalb Materialverfügbarkeit zunehmend zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor wird.
Die aktuellen geopolitischen Krisen und angespannten Lieferketten wirken sich zunehmend auf die Verfügbarkeit von Aluminiumprodukten aus. Wie erleben Sie diese Entwicklung aktuell im Fassadenbau?
Die Auswirkungen globaler Krisen zeigen sich inzwischen auch im Fassadenbau sehr deutlich. Lieferketten reagieren sehr sensibel auf geopolitische Entwicklungen, steigende Transportkosten oder Einschränkungen bei internationalen Warenströmen. Dadurch nimmt die Volatilität im Markt spürbar zu. Für viele Unternehmen wird es schwieriger, Projekte langfristig und verlässlich zu planen.
Klassische lineare Liefermodelle geraten zunehmend unter Druck. Wo sehen Sie die größten Schwächen dieser bisherigen Strukturen?
Lineare Liefermodelle sind häufig stark von globalen Rohstoffmärkten und internationalen Lieferketten abhängig. Genau darin liegt ihre größte Schwäche. Sobald geopolitische Krisen oder Marktverwerfungen auftreten, entstehen schnell Unsicherheiten bei Verfügbarkeit, Preisen und Lieferzeiten.
Wicona setzt gemeinsam mit Hydro als Mutterkonzern auf einen geschlossenen Materialkreislauf für Aluminium. Wie funktioniert dieses Modell konkret?
Als Teil der Hydro Gruppe verfügen wir über ein eng verzahntes europäisches Netzwerk aus eigenen Recyclingwerken, Gießereien, Presswerken sowie Beschichtungs- und Logistikzentren. Innerhalb dieses Netzwerks wird End-of-Life-Aluminium zurückgeführt, wiederaufbereitet und erneut eingesetzt. Dadurch entsteht ein kontrollierbarer Materialfluss, der die Abhängigkeit von globalen Rohstoff- und Lieferkettenrisiken deutlich reduziert. Gleichzeitig bleibt das Aluminium langfristig im europäischen Materialkreislauf verfügbar, anstatt in andere Märkte abzufließen.
Die Kreislaufwirtschaft wird zunehmend auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten diskutiert. Wird diese aus Ihrer Sicht zukünftig noch mehr zu einem zentralen Baustein?
Davon bin ich überzeugt. Kreislaufwirtschaft ist heute längst nicht mehr nur ein Nachhaltigkeitsthema. Sie entwickelt sich zunehmend zu einem entscheidenden Faktor für stabile Lieferfähigkeit, resiliente Lieferstrukturen und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit. Wer Rohstoffe langfristig im Kreislauf halten und Materialströme transparenter steuern kann, schafft nicht nur eine Grundlage für Versorgungssicherheit, sondern reduziert auch Abhängigkeiten und Kostenrisiken.
Das vollständige Interview lesen Sie in der kommenden Ausgabe von bauelemente bau, welche am 25. Juni auf den Markt kommen wird.
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