16. März 2026

„Jedes Mal aufs Neue von der Innovationskraft unserer Branche fasziniert“

bauelemente bau im Gespräch mit Annabell Herwarth und Chrisoula Lazaridou, Team R+T Innovationspreis

Annabell Herwarth (l.) und Chrisoula Lazaridou. Foto: Messe Stuttgart

Der R+T Innovationspreis zeichnet seit 1991 die wegweisendsten Neuheiten der Rollladen-, Tor- und Sonnenschutzbranche aus. Annabell Herwarth und Chrisoula Lazaridou aus dem R+T-Team verantworten die Organisation und Durchführung des renommierten Preises. Im Interview erklären sie, was Bewerber erwartet, worauf die Jury besonderen Wert legt und was sie persönlich an der Preisverleihung begeistert.

Frau Herwarth, Frau Lazaridou, der R+T Innovationspreis hat sich über mehr als drei Jahrzehnte zu einer festen Größe in der Branche entwickelt. Was macht seine Strahlkraft aus und wie lange sind Sie beide bereits Teil dieses Projekts?

Annabell Herwarth: Ich begleite den Innovationspreis seit 2020 und bin jedes Mal aufs Neue fasziniert von der Innovationskraft unserer Branche. Die R+T ist und bleibt eine Innovationsplattform: Über 80 Prozent der Unternehmen entwickeln ihre Neuheiten zur R+T und stellen sie auf der Messe dem Weltpublikum vor. Der R+T Innovationspreis hebt diese Tatsache zusätzlich hervor. Die ausgezeichneten Innovationen können während der gesamten R+T live und in Farbe an den Ständen der ausstellenden Unternehmen auf Herz und Nieren geprüft werden. Diese Kombination aus Auszeichnung und direkter Erlebbarkeit ist einzigartig.

Chrisoula Lazaridou: Ich bin seit 2022 dabei und durfte bereits den R+T Innovationspreis 2024 mitgestalten. Das war ein Rekordjahr: Noch nie hatten wir so zahlreiche Einreichungen wie bei der letzten Ausgabe. 125 Produkte von 79 Firmen wurden eingereicht. Diese Zahlen sprechen für sich und zeigen, wie wichtig der Preis für die Branche geworden ist.

Die Jury setzt sich aus 20 renommierten Branchenexperten zusammen. Wie erleben Sie die Zusammenarbeit und worauf legt die Jury bei der Bewertung besonderen Wert?

Herwarth: Die Diskussionen in der Jury sind definitiv ein Highlight. Wir haben Branchenexperten, Verbandsvertreter und Fachredakteure, die alle unterschiedliche Perspektiven mitbringen. Wenn diese Köpfe zusammenkommen und über Innovationen debattieren, entstehen unglaublich spannende Gespräche. Manchmal wird intensiv diskutiert, welche Innovation das größere Marktpotenzial hat oder welche Lösung den größeren Nutzen für die Anwender bietet. Die Jury bewertet sehr detailliert und unabhängig nach klaren Kriterien. Prämiert werden Innovationen, die durch ihre Innovationsqualität, Nutzerfreundlichkeit und ihr Marktpotential überzeugen. Auf der Website stellen sich übrigens alle Jurymitglieder mit sehr persönlichen Fragen vor. Man erfährt dort nicht nur, was sie fachlich motiviert, sondern auch, welche Innovation der letzten 100 Jahre sie gerne erfunden hätten. Diese Einblicke zeigen: Unsere Jury besteht aus Menschen, die mit Leidenschaft und Expertise dabei sind.

Wie gestaltet sich der Weg von der Einreichung bis zur Auszeichnung konkret?

Lazaridou: Teilnehmen können alle ausstellenden Unternehmen der R+T 2027. Das eingereichte Produkt darf frühestens seit der letzten R+T 2024 erstmals am Markt verfügbar gewesen sein. Eine vollständige Serienreife ist zum Zeitpunkt der Einreichung noch nicht erforderlich. Wir wollen bewusst auch Prototypen und Konzepten eine Chance geben, die kurz vor der Markteinführung stehen. Das Bewertungsverfahren ist zweistufig: In der Vorjurierung trifft unsere Kernjury eine erste Auswahl und nominiert die überzeugendsten Innovationen in insgesamt zehn Kategorien. Diese reichen von Toren, Sonnenschutz und Antrieben bis hin zu Gebäudeautomation, Smarthome und App-basierten Lösungen. Auch Arbeitshilfen, Outdoor-Lösungen sowie Sonderlösungen haben ihre eigene Kategorie. Pro Kategorie sind mehrere Auszeichnungen möglich, und die Jury kann zusätzlich Sonderpreise vergeben. Die nominierten Unternehmen reichen für die finale Jurierung ein Video ein, das den USP ihrer Innovation hervorhebt. Auf dieser Basis entscheidet unsere breit aufgestellte Jury dann über die Gewinner.

Die Internationalität der R+T ist sehr hoch. Sind Branchenunternehmen aus dem DACH-Bereich zur Einreichung angesprochen oder können diese auch aus dem nicht-deutschsprachigen Ausland kommen?

Lazaridou: Der R+T Innovationspreis ist genauso international wie die R+T selbst. Die 79 Bewerber von 2024 kamen aus 17 Ländern. Ob aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien, Frankreich, China oder den USA – jede Innovation und jedes Unternehmen hat die gleiche Chance ausgezeichnet zu werden.

Aus der Erfahrung heraus: Gibt es internationale Unterschiede in der Innovationsdynamik bei den Einreichungen?

Herwarth: Bei den Einreichungen sind nicht unbedingt internationale Unterschiede zu beobachten. Wir stellen im Gegenteil fest, dass die Herausforderungen der Branche überall ähnlich sind und der Trend klar hin zu Themen wie Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und intelligenten Gebäudelösungen geht. Am Ende zählt aber sowieso immer die Innovationsqualität der Einreichungen, unabhängig von der Herkunft.

Das vollständige Interview lesen Sie in unserer März-Ausgabe auf den Seiten 8 und 9.

Mehr Infos zum R+T Innovationspreis gibt’s über diesen Link.

 

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