28. August 2023

„Am Preiskampf beteiligen wir uns nicht!“

bauelemente bau im Gespräch mit Andreas Kraler, geschäftsführender Gesellschafter der Hella-Gruppe

Andreas Kraler in der Produktionshalle am Hauptsitz in Abfaltersbach. Foto: Hella-Gruppe

Hella ist einer der führenden europäischen Anbieter für Sonnen-, Licht- und Wetterschutzsysteme. 1959 wurde das Unternehmen am heutigen Standort gegründet und befindet sich seither in der Hand der Gründerfamilie. Seit 2017 ist Andreas Kraler in dritter Generation als geschäftsführender Gesellschafter tätig. Mit ihm sprachen wir über die Hella-Gruppe sowie die aktuelle Situation in der Branche.

Die aktuelle Situation in der Sonnenschutzbranche ist geprägt durch starke Rückgänge und Kaufzurückhaltung. Wie macht sich diese Entwicklung im Privat- und Objektgeschäft bei Hella bemerkbar?

Die Situation im Privatgeschäft ist aktuell noch sehr gut. Beim Markt für Einfamilienhäuser ist ein Rückgang zu verzeichnen, aber dem gegenüber ist eine positive Entwicklung im mehrgeschossigen Wohnbau aufgrund der Verknappung der Flächen zu bemerken. Die Entwicklung im Bürosegment ist positiv, da viele Unternehmen wieder in neue Büroflächen investieren. Denn die Unternehmen haben festgestellt, dass nur Homeoffice langfristig nicht funktioniert. Das Objektgeschäft erfreut sich auch einer guten Nachfrage, da sich die Abwicklung coronabedingt verzögert hat. Im Bereich der Renovierung wird aktuell zu wenig saniert. Aber egal ob Sanierung oder Neubau – Sonnenschutz muss jedenfalls zum Standard werden. Ein Gebäude ohne Sonnenschutz ist nicht mehr zeitgemäß.

Wie sehen die Maßnahmen zur Gegensteuerung aus?

Hella reagiert mit Strukturanpassungen in allen Bereichen. Wir fahren auf Sicht, halten die Preise und beteiligen uns nicht an dem ruinösen Preiskampf.

Der Trend geht zu immer mehr Raffstores und Zipscreens. Wie schätzen Sie die weitere Entwicklung ein?

Aktuell beträgt der Umsatzanteil von Jalousien und Raffstores 36 Prozent bei Hella, mit steigender Tendenz. Langfristig müssen allerdings die Lamellenstärken an die klimatischen Veränderungen angepasst werden. Unsere Forschungs- und Entwicklungsabteilung ist bereits mit dieser Thematik vertraut. Bei den Zipanlagen ist ein überdurchschnittliches Wachstum von 40 Prozent zu erkennen, dazu bieten wir vielfältige Lösungen an.

Um das Thema Smarthome ist es sehr ruhig geworden, wie sehen Sie die Nutzung im Hinblick auf energieeffiziente Gebäude?

Die Gebäude-Management-Systeme bieten bereits die Möglichkeit der energieeffizienten Steuerung. Bei mehrgeschossigen Wohnanlagen sehen wir aktuell allerdings noch Probleme und im Einfamilienhaus ist die Adaption stark nutzerabhängig. Die Vernetzung zum Beispiel von Sonnenschutz, Lüftung, Heizung und Licht ist nur mit einfacheren Funkstandards und Weiterentwicklung der Sensorik an den Produkten zu erzielen. Dazu bieten wir das Smarthome-System Onyx an. Es wurde speziell für die Bedienung von Sonnenschutzprodukten entwickelt. Das Hella-eigene Steuerungssystem kann mit gängigen Smarthome-Systemen verbunden werden. Hella übernimmt in Abstimmung mit dem Elektroplaner die Vorkonfiguration und die Inbetriebnahme der Sonnenschutzsysteme.

Hella hat ein breites Produktportfolio. Welche Bereiche entwickeln sich gut bis sehr gut und welche Produkte nehmen an Bedeutung ab?

Die Bedeutung von Rollläden wird langfristig abnehmen und die Trendprodukte Raffstores und Zipscreens werden sich weiter positiv entwickeln. Wegen der Inflation und der aktuellen Zinspolitik ist das Thema Outdoor ins Hintertreffen geraten. Aber aufgrund der sich verändernden Klimaverhältnisse wird auch das wieder ein stark wachsendes Segment werden.

Das vollständige Interview lesen Sie in der kommenden Ausgabe von bauelemente bau, welche am 7. September erscheinen wird.

Auf die Homepage von Hella geht es hier entlang.

 

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