29. Juli 2019

Kleb- und Dichtstoffe für ?aktive" Fassaden

Kömmerling ist Partner in zahlreichen Structural-Glazing-Projekten wie den Expo-Pavillons in Kasachstan. Foto: Kömmerling Chemische Fabrik.

Die Glasfassade hat sich längst zu einem multifunktionalen und hochkomplexen Bauelement gewandelt. Sie übernimmt neben den ursprünglichen Aufgaben wie Wärme- und Schalldämmung, Sonnenschutz oder Lichtsteuerung inzwischen auch die Energiegewinnung oder dient als mediale, interaktive Plattform. Der Dicht- und Klebstoffhersteller Kömmerling aus Pirmasens forscht intensiv und kontinuierlich an neuen Anwendungen und ist regelmäßig Partner bei Fassadenprojekten.

Die Integration der verschiedenen Technologien in die Glaselemente erfordert hohe Entwicklungs- und Ingenieurkompetenz. Auf diese Anforderungen hat sich Kömmerling Chemische Fabrik spezialisiert. Zu den Kompetenzen des Unternehmens zählt insbesondere der Randverbund im Structural Glazing. Mit dem Dichtstoff Ködispace 4SG ermöglicht der Hersteller ein Warme-Kante-System, das auf einzigartige Weise die Anforderungen silikonversiegelter Isolierverglasungen erfüllt. Denn der schwarze, auf Polyisobutylen basierende Abstandshalter haftet nicht nur mechanisch, sondern verbindet sich chemisch - und zwar sowohl mit dem Glas als auch mit dem Sekundärdichtstoff Silikon.

Das heißt, Randverbund und Glas verschmelzen praktisch zu einer festen und zugleich elastischen Einheit. Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Isolierglaseinheiten passen sich auch starken mechanischen Belastungen flexibel an und bleiben dadurch langfristig gasdicht. So gewährleistet der Randverbund selbst bei anspruchsvollen Anwendungen wie dem Montagebiegen von Isolierglaselementen dauerhafte Energieeffizienz und Funktionalität. Diesen Effekt hat Kömmerling durch Finite-Elemente-Simulationen und Berechnungen bereits in konkreten Bauprojekten nachgewiesen - zum Beispiel bei architektonischen Meisterleistungen im physikalischen Grenzbereich wie die Expo-Pavillons in Kasachstan oder der Shoppingmall Chadstone im australischen Melbourne.

Die Fassade als Stromlieferant

Ähnlich den Isoliergläsern lassen sich auch Solarpaneele mit dem elastischen Randverbund von Kömmerling herstellen - als Glas-Glas-Modul TPedge, das etwa im Freiburger Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme getestet wird. Auftretende Pumpbewegungen der Gläser werden durch den flexiblen Randverbund ausgeglichen und das Modul hält auch unter extremen klimatischen Bedingungen zu-verlässig und dauerhaft dicht.

In der Fassade integrierte Solarpaneele (Building Integrated Photovoltaik = BIPV) übernehmen heute schon einen Teil der Stromerzeugung. Voraussetzung für eine gestalterisch ansprechende Lösung ist unter anderem eine schlanke und dennoch stabile Befestigung. Statt herkömmlicher Stahlkonstruktionen wurde zum Beispiel bei dem Stuttgarter Züblin-Gebäude Z3 eine geklebte Photovoltaik-Fassade realisiert. Dank eines speziellen, lastabtragenden Silikonklebstoffs von Kömmerling fügen sich die Elemente ganz ohne mechanische Zusatzsicherung harmonisch in die Architektur ein. Da lastabtragende Verklebungen ohne jegliche ergänzende Haltevorrichtungen in Deutschland bisher nicht zugelassen sind, holte Kömmerling für die Konstruktion am fünfgeschossigen Z3 deshalb eine Zustimmung im Einzelfall (ZiE) ein.

Auf die Homepage von Kömmerling Chemische Fabrik gelangen Sie über diesen Link.


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