9. November 2017

Europa-Rekord in Franken

Beim Abbruch der US-Siedlung Askren Manor in Schweinfurt werden rund 2.500 Kunststoff-Altfenster ausgebaut und dem Recycling zugeführt. Foto: Rewindo.

Ein in mancherlei Hinsicht rekordverdächtiges Bauprojekt startete kürzlich im Westen von Schweinfurt. Die ehemalige US-Siedlung Askren Manor, die sich heute im Besitz der Stadt befindet, wird bis 2019 weitgehend abgerissen und durch ein Neubaugebiet ersetzt. Auf dem 28 Hektar großen Areal befinden sich 34 dreigeschossige Wohnzeilen und 13 Doppelhäuser.

Viel Arbeit wartet also auf das in Frickenhausen ansässige Abbruchunternehmen Ruppert GmbH & Co. KG, das einen Teil der Abbrucharbeiten durchführt. Das Unternehmen besteht seit über 50 Jahren und besitzt u.a. besondere Kompetenzen im Bereich Recycling und Entsorgung. Der Rückbau der leerstehenden Immobilien erfolgt nach modernen und umweltgerechten Standards, was eine Trennung der alten Baumaterialien beinhaltet. Damit nicht genug - die Bauabfälle sollen, sofern dies möglich ist, dem Gedanken des Kreislaufwirtschaftsgesetzes folgend, recycelt werden. Diese Vorgabe lässt sich beispielsweise bei ausgedienten PVC-Bauprodukten ohne Probleme erfüllen. Neben einer größeren Menge von PVC-Bodenbelägen fallen beim Abbruch der Siedlung rund 2.500 Kunststoff-Altfenster an. Sie werden werkstofflich recycelt und später wiederverwertet. Damit zählt der Rückbau von Askren Manor zu den bundesweit vier größten Altfenster-Recyclingprojekten der letzten 10 Jahre und stellt für den Freistaat Bayern eine Rekordmarke dar.

Rohstoff für neue Fenster

Die ausgebauten Bauelemente werden in Containern gesammelt und dann per LKW in die Recyclinganlage der Dekura GmbH nach Höxter gebracht. Sie ist einer der Recyclingpartner der Rewindo Fenster-Recycling-Service GmbH. Die Organisation koordiniert bundesweit das Recycling alter PVC-Fenster, -Rollläden und -Türen. In Höxter werden die Altfenster zunächst geshreddert und weiter zerkleinert. Dann erfolgt in unterschiedlichen Verfahren die sortenreine Trennung in Metall, Gummi, Glasreste und Kunststoff. Letzterer wird erhitzt und durch einen Filter gepresst, um letzte Fremdpartikel zu separieren. Das dabei zurück gewonnene reine PVC-Granulat ist schließlich der Ausgangsstoff für neue Kunststofffenster mit Recyclatkern. „Das werkstoffliche Recycling trägt nicht nur zu geschlossenen Materialkreisläufen bei, sondern ist allgemein erheblich preiswerter als die Müllverbrennung", so Rewindo-Geschäftsführer Michael Vetter.

Auf die Homepage der Rewindo Fenster-Recycling-Service GmbH gelangen Sie über diesen Link.

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