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04.05.2018

bb-Marktübersicht: Aluminium-, Stahl- und Edelstahl-Konstruktionen


Lösungen fürs Urbane Wohnen

bb-Marktübersicht: Aluminium-, Stahl- und Edelstahl-Konstruktionen
Hoch verdichtete Innenstädte verlangen nach angepassten Produktlösungen, die den geforderten Schall- und Brandschutz bieten können. Foto: pexels.


Doppelfassade, Closed Cavity oder Element-Fassade? Welche Fassadenkonstruktion setzt sich durch? Von den Teilnehmern der Marktübersicht wollten wir wissen, welcher Typ für welche Anforderung die richtige Lösung ist. Die Sensibilität für den baulichen Brandschutz als auch für die Barrierefreiheit ist weiter gestiegen. In der Marktübersicht lesen Sie, mit welchen Systemkonstruktionen die Systemhäuser ihr Portfolio erweitert haben, um dem gerecht zu werden. Die Digitalisierung erfasst mehr und mehr auch das Metallhandwerk. Wir wollten daher wissen, mit welchen Maßnahmen die Metallbauer bei diesem Transformationsprozess unterstützt werden.

Die Bundesregierung hat sich angesichts knapper Bauplätze für die Nachverdichtung der Innenstädte entschieden. Hierfür wurde das Baurecht novelliert und im Zuge dessen die neue Baugebietskategorie „Urbane Gebiete" eingeführt. Damit können auch in stark verdichteten städtischen Gebieten oder in Gewerbegebieten Wohnungen gebaut und bestehende Gebäude als Wohnraum genutzt werden.

Für das Wohnen in stark lärmbelasteten Innenstädten, die auch in der Nacht nicht zur Ruhe kommen oder mit Industriebetrieben als unmittelbaren Nachbarn, werden sich nur Käufer und Mieter finden lassen, wenn sicher gestellt ist, dass sich die Lärmbelastung sich in den Innenräumen einigermaßen in Grenzen hält.

Aber auch der Gesetzgeber bringt sich ins Spiel, wenn sich Gebäude im Zuge der von ihm gewünschten Nachverdichtung immer näher kommen. Mit der Dichte steigen auch die Anforderungen an den Brandschutz, damit ein Überspringen auf Nachbargebäude ausgeschlossen werden kann.

Die Hersteller von Aluminium-, Stahl- und Edelstahl-Systemkonstruktion rechnen daher für die nächsten Jahre mit einer steigenden Nachfrage, vor allem nach hoch schalldämmenden Elementen und Fassaden sowie Brandschutzkonstruktionen. Und haben daher ihr Produktprogramm um Konstruktionen ergänzt, mit denen sich diese besonderen Anforderungen erfüllen lassen, zudem der gewünschten Möglichkeit der natürlichen Lüftung auch noch Rechnung getragen wird.

Guter Schallschutz auch in Lüftungsstellung

Hueck hat auf der Basis seines Fenstersystems Lambda WS 090 die Konstruktion Lambda SA (Silent Air) entwickelt, die nicht nur in geschlossenem Zustand, sondern auch in der Lüftungsposition gute Schallschutzeigenschaften bietet. So werden bei einer Öffnungsweite von 50 Millimetern noch bis zu 31 Dezibel erreicht.

Von Schüco kommt das Schallschutzfenster AWS 120 AC.SI. Die Verbundfensterkonstruktion bietet ebenfalls einen hohen Schallschutz bei gleichzeitiger natürlicher Lüftung. Dieses kann flexibel an die individuellen Schallschutzanforderungen angepasst werden. Es basiert auf dem Standardverbundfenster Schüco AWS 120 CC.SI.

Beim Wicline 115 AFS Verbundfenster-System von Wicona wird eine innere Fensterebene mit einem zusätzlich vorgesetzten Flügel kombiniert. AFS in der Produktbezeichnung steht für Active-Flow-System, dem aktiven Austausch zwischen Innen- und Außenluft. Die Konstruktion erzielt mit der Bautiefe von nur 115 Millimetern eine hohe Schalldämmung von 50 Dezibel.

Gute Chancen für Stahlsysteme

Stahlkonstruktionen sind auf Grund ihrer materialspezifischen Eigenschaften nicht nur für große Spannweiten und große Lasten, sondern auch für den Einsatz bei hohen Brandschutzanforderungen prädestiniert. Dabei muss die Schutzfunktion nicht unbedingt zu Lasten der Optik gehen. Neben Forster bieten Jansen sowie RP Technik und Stabalux die passenden Konstruktionen.

Tageslichtnutzung statt U-Werten

Nachdem in den letzten Jahren bei der Weiterentwicklung der Systemkonstruktionen die Verbesserung der Wärmedämmung im Mittelpunkt der Bemühungen stand, besinnt man sich jetzt wieder auf die Urfunktion des Fensters: die Versorgung mit Tageslicht. Entwickelt werden dazu Fenster- und Fassadenkonstruktionen mit deutlich reduzierten Ansichtsbreiten. Auch in dieser Disziplin sind Stahlsysteme eindeutig im Vorteil, weil sie auch mit schmalen Ansichten noch die erforderliche Statik mitbringen.

Barrierefreiheit und Absturzsicherung

Nachdem lange Jahre Schwellen mit einer Bauhöhe von 20 Millimetern das minimal mögliche waren, setzt die Branche jetzt das Gebot der Barrierefreiheit konsequent um. Neue Dichtungstechniken machen Nullschwellenlösungen mit hohen Dichtigkeitswerten möglich. Nachdem heute kaum mehr ein Gebäude ohne bodentiefe Fenster gebaut wird, haben die Profilhersteller auch verglaste Absturzsicherungen ins Programm aufgenommen. Diese können unauffällig integriert werden, so dass die Optik der Fassade nicht beeinträchtigt wird. Dabei handelt es sich um bauaufsichtlich zugelassene Konstruktion, die bis zu einer Breite von 3.000 Millimetern eingesetzt werden können.

Kostenloser Download

Die Tabelle mit den technischen Daten der Aluminium-, Stahl- und Edelstahl-Konstruktionen der beteiligten Hersteller bieten wir Ihnen bei einem Klick auf den obigen Link als pdf-Datei zum kostenlosen Download an. Die Portraits der beteiligten Hersteller für die aktuelle Marktübersicht lesen Sie ab Seite 124 in der Mai-Ausgabe von bauelemente bau.